MP3
- 1. Ginungagap
[Instrumental]
MP3
- 2. Weltenanfang
Am Anfang gab's keinen Oberhimmel, weder Erde unten, noch nirgends Gras.
Nicht war da Sand, keine salzgen Wogen, nur leere Gahnung grundlos.
Aus Eliwagar fuhren Eitertropfen, daraus ein Riese entstand,
Oergelmir hatte er gehießen, der auch Ymir ward genannt.
Es wuchs unter des Thursen Arm ein Mann und ein Weib,
und Fuß mit dem Fuß gewann einen Sohn Sechsgehaupt.
Audumla gab ihm Nahrung hin, die aus dem Eise aufgetaut, welche an salzgen Steinen leckte,
wo heraus ein Haupt, am dritten Tag ein ganzer Mann, welcher Buri war, schon und stark, herkam.
Dessen Sohn, der Bor gehießen, der mit Bestla, einer Riesin, sich vermahlen ließ.
Bolthorns Tochter ihm gebar drei Sohne der Asen Schar, die Gotter Odin, Willi und We.
Von ihnen ist noch viel zu sagen, die Ymir nahmen und ihn warfen mitten in Ginungagap.
Des Bors Sohne die Welt erschufen, aus Ymirs Leib, den sie erschlugen.
Aus seinem Fleisch entstand die Erde und von dem Gebein die ganzen Berge.
Aus dem Haar die Baume und von dem Blut, aus seinen Wunden, die wallende Flut.
Midgard formten sie aus den Augenbrauen, von seinem Hirn sie die Wolken bauten.
Der Schadel ward das Himmelszelt, was von Zwergen gehalten uber die Welt.
Stobende Feuerfunken aus Muspelheim setzten sie, zum Erhellen, am Himmel ein.
Allvater nahm des Narfis Tochter Nacht, um nun allabendlich mit Hrimfaxi die Bahnen zu ziehen,
und ihr lichter Sohn Tag fahrt nun jeden Morgen mit Skinfaxi,
um die Erde zu erleuchten. Mani und Sol, des Mundilfioris beiden Kinder,
setzten sie an den Himmel und hießen die Sonne, die Hengste Arwakur und Alwisdur zu fuhren,
welche den Sonnenwagen zogen.
Aber Mani leitet seitdem den Gang des Mondes und herrschte nun uber den Wechsel von
Neumond und Vollmond, um die Zeiten des Jahres zu bezeichnen.
MP3
- 3. Wanenkrieg
Gold brachte einst die Gullweig,
wohin sie kam, hieß man sie Heid.
Die Zukunftwissende, das Hexenweib,
bei Argen gern gesehen jeder Zeit.
Mit dem Ger gestoßen, in der Halle verbrannt,
doch dreimal geboren, sie wieder aufstand.
So wurde zuerst der Volkermord
durch Unbill in die Welt gesandt.
Da gingen die Asen zu den Richterstuhlen, hochheilige Gotter hielten Rat,
ob all die Gotter Suhneopfer empfangen oder wird ein Losegeld gezahlt.
Wallvater nahm und warf seinen Speer, als die streitkuhnen Wanen stampften das Feld,
er schleuderte ihn uber das feindliche Heer, so kam der erste Krieg in die Welt.
Es klirrten die Waffen, es barsten die Schilder,
der Bordwall gebrochen durch streitbare Krieger,
es sturmten die Wanen die Asenburg
schlachtkundig und kuhn, doch des Kriegsleid genug.
Sie harrten ab und schlossen Frieden,
mit Geiselaustausch ward es besiegelt.
Uberdrussig des Kampfes sie beide waren,
nun herrschte gleiches Recht fur Asen und Wanen.
Da gingen die Asen zu den Richterstuhlen, hochheilige Gotter hielten Rat,
ob all die Gotter Suhneopfer empfangen oder wird ein Losegeld gezahlt.
Da gingen die Asen zu den Richterstuhlen, hochheilige Gotter hielten Rat,
ob all die Gotter Suhneopfer empfangen oder wird ein Losegeld gezahlt.
Der weise Mimir und mit ihm Honir nach Wanenheim als Geiseln gingen.
Der schone Honir ward ihr Fuhrer, Rat gab ihm Mimir in allen Dingen.
Die Wanen schickten zu den Asen hin Njord und seine Kinder Freyr und Freyia.
Es versammelten sich, zu bekraftigen den Frieden, die beiden Gottergeschlechter.
Sie reichten eine Schussel und spuckten hinein und schufen aus dem Speichel einen Mann,
welcher Kwasir hieß, das weiseste Wesen, der auf alle Fragen antworten kann.
[Solo: Fix]
MP3
- 4. Odroerir
Erschlagen ward der weiseste Mann,
als er zu den beiden Zwergen kam,
die Fialar und Galar haben gehießen.
Sein Blut fingen sie in Gefaßen auf
und mischten es mit Honig, woraus
sie den Skaldenmet garen ließen.
In drei Kesseln wurde aufbewahrt,
des weisen Kwasirs Blut,
der fur alles eine Antwort wusst',
da er war so klug.
So entstand da nun ein starker Sud,
durch arge Zwergenlist
und den Asen haben sie erzahlt,
das Kwasir verstorben ist.
Suttung bekam als Vaterbuße,
dafur daß er die beiden Zwerge verschont,
den kostlichen Geisterreger,
als Suhne fur des Gillings Tod.
Mit nach Hause ward genommen,
im Hnitberge verbarg er ihn
und Gunnlod, seine Riesentochter,
setzte er als dessen Huterin.
Zu Baugi kam Odin, als Bolwerkr getarnt,
ubernahm Knechte Arbeit und als Lohn verlangt
er, einen Schluck vom Zwergen Trank zu kriegen.
Suttung verweigerte, da ward ein Loch gebohrt,
so kroch als Wurm Allvater durch den Berg
und hat bei Gunnlod drei Nachte lang gelegen.
Odroerir der Skaldenmet
von Odin nun geraubt,
als Adlergestalt flog er davon
mit des Hnitbergs Laug'.
Was kurz vor Asgard runter fiel,
da der Riese nach ihm bangt',
ist der schlechten Dichter Teil,
danach niemand verlangt.
[Solo: Fix]
[Solo: Stickel]
[Solo: Fix]
[Solo: Stickel]
[Solo: Fix]
Odroerir der Skaldenmet
von Odin nun geraubt,
als Adlergestalt flog er davon
mit des Hnitbergs Laug'.
Was kurz vor Asgard runter fiel
da der Riese nach ihm bangt',
ist der schlechten Dichter Teil,
danach niemand verlangt.
MP3
- 5. Ask Und Embla
Odin, Wili und We wandelten am Strande entlang,
bis sie fanden zwei leblose Baume,
die nicht besaßen Seele noch Verstand, noch Verstand.
Da schufen des Bors Sohne, machtige Asen zumal,
aus den beiden Stammen das allererste Menschenpaar.
Allvater schenkte die Seele, der zweite den Sinn
und der dritte gab das Blut zu Beiden hin.
Midgard ward ihr Lebensheim, welches sie bekamen
sowie ein paar Kleider und einen Namen.
Ask und Embla hieß das Menschenpaar,
was von den Gottern erschaffen ward.
Von jenen beiden stammen die Menschen ab,
welche Odin beobachtet von seinem Hochsitz herab,
Hochsitz herab, Hochsitz herab.
[Solo: Stickel]
Da schufen des Bors Sohne, machtige Asen zumal,
aus den beiden Stammen das allererste Menschenpaar.
Allvater schenkte die Seele, der zweite den Sinn
und der dritte gab das Blut zu Beiden hin.
Midgard ward ihr Lebensheim, welches sie bekamen
sowie ein paar Kleider und einen Namen.
Ask und Embla hieß das Menschenpaar,
was von den Gottern erschaffen ward.
Von jenen beiden stammen die Menschen ab,
welche Odin beobachtet von seinem Hochsitz herab,
Hochsitz herab, Hochsitz herab.
MP3
- 6. Zwergenschmiede
Aus Zwergenschmiede entstand von meisterlicher Hand
in den Hohlen von Iwaldis Sohnen
das goldene Haar der Sif, Skidbladnir, das Schiff,
sowie Odins Speer, der unfehlbare Gungnir.
Es lachte voller Hohn der Laufajas list'ger Sohn,
als er auf dem Heimweg war und auf Brock einen Zwergen traf.
Voll mit Uberschwung er mahnt, daß sein Bruder es nicht schafft,
drei gleichwertige Kleinodien anzufertigen.
So verwettete Loki seinen Kopf dagegen,
da begann sofort Sindri mit dem Wettschmieden.
Und sein Bruder tat sodann tuchtig blasen nur so lang
er die Schweinshaut wieder nahm, die derweil in der Esse lag.
Es verwandelte sich Loki aus Furcht, daß er verliere, in eine Fliege
und stach Brock in die Hand, der ließ sich aber nicht beirren, bis Sindri wieder kam.
Da ward aus der Esse gezogen ein Eber, so schnell, mit goldenen Borsten.
Darauf legte Sindri Gold in die Glut und abermals blast Brock bis, er denn wieder kommt.
Es nahte wieder die Fliege, der Rankesuchtige,
und stach abermals den Brock in den Hals.
Doch weiter bediente er die Zwergenschmiede
und Sindri zog aus ihr den goldnen Ring Draupnir.
Zum dritten Mal er ging an die Arbeit und legte hin
fur sein allerletztes Werk Eisen in den Herd.
Er ermahnte wiederum, daß sein Bruder weiter nun
den Blasebalk bediene und sich nicht abbringen ließe.
Doch die Fliege nochmals kam, setzte und stach gleich sodann,
zwischen die Lider von Brock, bis ihm Blut herunter troff.
Fur einen kurzen Augenblick wischte er das Blut schnell weg,
fast dadurch beinahe war zerstort des Sindris Werk.
[Solo: Fix]
Brock und Loki gingen gen Asgard und ließen die Asen entscheiden, die Wette zu losen.
Da bekam Odin von Loki den Ger, der sein Ziel immer trifft, Sif, das guldene Haar sowie Freyr das Schiff,
was stets Fahrwind haben wird und sich so klein falten lasst wie ein Tuch.
Darauf gab Brock Wallvater den kostbaren Ring, dem Freyr den goldglanzenden Eber Gullinborsti,
der durch Luft und Wasser, Tag und Nacht schneller durcheilte als jedwedes Pferd.
Thor aber bekam Mjolnir, den Hammer mit dem zu kurzen Stiel, der alles zermalme, was er traf,
und sein Ziel niemals verfehle und stets in die Hand des Besitzers zuruck kehre und nach belieben so klein wird,
daß er ihn auch noch am Busen tragen konnt.
Da urteilten die Gotter, daß der Hammer das Beste sei...
[Solo: Stickel]
[Solo: Fix]
[Solo: Stickel]
[Solo: Fix]
[Solo: Stickel]
[Solo: Fix]
(der folgende Abschnitt hat leider keinen Platz mehr auf der Aufnahme gefunden, ist aber Vollstandigerweise hier mit abgedruckt!)
...und die sicherste Wehr gegen die Thursen und entschieden, daß der Zwerg die Wette gewonnen habe.
Doch Loptr loste einfach die Wette nicht ein und verschwand mit seinen Schuhen, die ihn durch Luft und Wasser trugen.
Thor fing ihn sogleich wieder ein, daß der Zwerg ihm sein Haupt abschlagen konne.
Da ermahnte ihn Loki: "Der Kopf ware zwar sein, aber nicht der Hals!".
Erbost wollte Brock mit seinem Messer was aber nicht zu schneiden vermochte Lokis garstigen Mund zusammen nahen.
Da bekam er des Bruders Ahle und durchbohrte des Rankeschmieds Lippen und nahte nun mit dem Riemen,
der da Wartari heißt, dessen Mund zusammen.
MP3
- 7. Skirnirs Fahrt
Auf Odins Thron saß des Niords Sohn
und schaute in die ganze Welt.
Da sah er in Gymirs Garten gehen
eine schone jungfrauliche Maid.
Die Minne wuchs dem Wanen sehr,
aber auch großer nagender Gram,
daß er Gerda nicht bekommen wird
und weilte allein den heilen Tag.
Auf Skadis bitten frug Skirnir seinen Herrn
welch' Schwermut den Gotterfursten plagt.
Freyr erzahlte ihm seine Mar,
was fur'n Kummer ihm auf dem Herzen lag.
So bekam sein Diener das windschnelle Roß,
sowie das sich selbstschwingende Schwert.
Bei dunkler Stunde zog er los
zu den Riesen ubers feuchte Gebirg'.
Nach Gymirs Wohnung, zu Gerdas Saal,
doch hitzige Hunde bewachten das Tor.
Da fragte er den Hirten, der am Hugel saß,
wie die Maid zu sprechen war' fur seinen Herrn.
Der Hirte glaubte einen Toten zu sehen,
so bekam der Strahlende arge Antwort.
Es horte die Gerda dies Getose ertonen
und schickte zum Einlaß ihre Magd.
Bitt' ihn herein und gebt ihm schieren Met,
doch wissen mochte ich eins, wer da alleine fahrt,
wer da so kuhn durch hohe Lohe steigt,
ja welcher von den Gottern ihr seid, ihr seid?!
Niemand von den Alfen und den Asen nicht,
auch keiner von dem weisen Wanengeschlecht.
Gekommen bin ich, zu werben hierher,
mit Brautgeschenken, von Freyr, meinem Herrn
- meinem Herrn - meinem Herrn - meinem Herrn!
Elf guldene Apfel soll ich dir geben,
um deine Liebe zu kaufen fur Freyr den Edlen!
Behalt' die Apfel, ich nehm' sie nicht an,
nie werd' ich zusammen sein mit diesem Mann!
So seht, welch Kleinod ich euch noch mitgebracht,
acht enttraufeln sich ihm, jede neunte Nacht!
Auch bedarf ich hier nicht Baldurs Ringe,
um zu erdulden deines Herren Minne!
Zu drohen begann er und zog das Zauberschwert,
das Haupt abzuschlagen, wenn sie sich weigern wird.
Auch den Vater zu fallen, den alten Riesen,
und ewig soll sie sitzen auf des Aaren Felsen!
Vereinsamt sich mit Tranen krummen jeden Tag,
dafur daß sie seinem Willen nicht unterlag,
und mit dreikopfigen Thursen das Leben teilen
oder bis ins Alter alleine verweilen.
Im Walde fand Skirnir Zauberruten,
mit jenen begann er sie zu verfluchen.
Auch Gram sollen ihr die Gotter sein
und rief zum Banne die Riesen an.
Nichts anderes soll ihr, außer Geißenharn,
je eingeschenkt werden, der Riesin zum Trank!
Mit Zauberrunen tat er noch drohen,
wenn sie sich weigert des Freyrs Boten.
[Solo: Fix]
Heil Dir, und nehmt den Eiskelch voll firnem Met,
konnt' ich doch nicht ahnen, daß ich einen vom Stamm der Wanen hab erwahlt.
Heim ritt Skirnir und gab Freyr die Zeitung kund,
daß er im windstillen Walde, der als Barri ist bekannt,
in neun Nachten die Riesin Gerda treffen wird,
und daß sich dort vermahlt der Sohn von Niord.
Und daß sich dort vermahlt der Sohn von Niord!
Geigenensemble: Veit