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- 1. Der Eissturm
Und aus Regen kalt erwacht der Eissturm
Diamantenstaub kront die Nacht
zu einem kalten Tranenmeer
Kindertraume sterben
Erwachsene leugnen ihre Zukunft
der Traum erfriert durch bitterkalte Bittgebete
Die wirre Jugend stiehlt so unbeholfen noch von Schuld befreite Kusse
von fremden Lippen, die nicht begehren
nur nach Abenteuer schmecken
kalt und feucht
das Naß gefriert
ungestum der Bruderkuß
zum Plus und Minus
der Zeitenwende
der Unschuld ungestum beraubt
allein - zu zweit
allein verlassen...
Die Alten kussen abgeklart
schmecken ohne Neuland zu erkunden
Ihre Zungen warten auf den letzten Kuß
im Auto, auf dem Wasserbett
allein - zu zweit
allein verlassen...
Ein letztes Mal
der Eissturm fesselt
ermahnt zur Stille
verfuhrt die Jugend
sie sich selbst
starre Ruhe ernahrt den Morgen
den die Nacht aus Sturm und Eis gebar.
Ein totes Kind
ein fast noch Kind
das verloren schien
ein zartes Paar
vier Alte, keine Greise - wissen nichts
Sie kussen nicht
Sie lieben nicht
Sie schweigen...
allein - zu zweit
allein verlassen...
Eissturm
Die Sonne taut nur eins - das Eis
der Sturm er schlaft
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- 2. Vermißter Traum
Das Wasser klar - befreit das Leben
umschließt jetzt kalt - als Eis den Leib
Ein Puppenkind - in blassem Rot-Ton
erstickt im Eis - wie Zuckerguß
Vermißter Traum - ich will jetzt tanzen
im kalten Bach - ganz regungslos
Vermißter Traum - will dich ertraumen
ein letztes Mal - mit mir /dir allein
So suß getraumt - doch ohne Freude
niemals gesucht - und nie befreit
Es kamft allein - gegen Narben
mit blauen Lippen - der Mund einst rot
Dem Glanz beraubt - ein kalter Korper
die Zukunft friert - Pandora tanzt
Sie holt die Puppen - die Kinderkorper
ein Weinen fehlt - die Augen blind
Vermißter Traum - ich will jetzt tanzen
im kalten Bach - ganz regungslos
Vermißter Traum - will dich ertraumen
ein letztes Mal - mit dir allein
Vermißter Traum - ich will jetzt tanzen
im kalten Bach - ganz regungslos
Vermißter Traum - will dich ertraumen
ein letztes Mal - mit dir allein
Kaputtgeliebt - zerstorte Seelen
mißhandelt leer - so ohne Sinn
Leergeliebt - verstorte Traume
es ist kein Mensch - der keinem fehlt.
Vermißter Traum - ich will jetzt tanzen
im kalten Bach - ganz regungslos
Vermißter Traum - will dich ertraumen
ein letztes Mal - mit dir allein
Vermißter Traum - hor auf zu atmen
sieh den Ast - den Baum , den Wald
Vermißter Traum - will dich beruhren
ein letztes Mal - bin ich allein
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- 3. Ganz Still
So schwarz - So leer - Ganz still
So schwarz - So leer - Ganz still
Allein vom leeren Blick fixiert
Erwartet er den Stern im Nichts
Auf ein bekanntes Augenpaar
Das in das Zimmer blickt
Im schwarzen Fenster spiegelt sich
Ein murber Strauß einst leuchtend roter Rosen
Sie duften nicht
Die Nacht schluckt jede Wahrheit vor der Tur
Sie liebten sich beruhrten sich
Und ruhten nach dem Sturm
So schwarz - So leer - Ganz still
So schwarz - So leer - Ganz still
Kein Mondlicht weist ein Ziel im Nichts
Der Raum begrenzt den Blick
Die Freiheit ist so nah wie fern
Der Schlaf ließ ihn allein zuruck
Allein - nicht frei - allein
So schwarz - So leer - Ganz still
So schwarz - So leer - Ganz still
Ein tiefer Blick gefriert das Glas
Sein Bruderbild gleicht ihm aufs Haar
Kein Augenblick bleibt regungslos
Befreit die Wahrheit vor der Tur
So schwarz - So leer - Ganz still
So schwarz - So leer - Ganz still
...und einen Mund der seinen Hunger stillt
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- 4. Paradoxe Stille
hor den tropfen
fallend rauschen
fuhl die sonne
gruß die haut
sieh die blumen
duftend schwebend
alles schreit
stille zeit
paradoxe stille - die zeit erstick im farbenrausch
paradoxe stille - die zeit verliert ihren halt im raum
paradoxe stille - die zeit erstick im farbenrausch
paradoxe stille - die zeit verliert ihren halt im raum
nie wieder vorwarts
schritt zuruck
der mund verschlossen
augenblick
vernahte lippen
glaube ich
augen fragen
warum ich
paradoxe stille - die zeit erstick im farbenrausch
paradoxe stille - die zeit verliert ihren halt im raum
paradoxe stille - die zeit erstick im farbenrausch
paradoxe stille - die zeit verliert ihren halt im raum
entfernte haut
nur bloßes leben
jeder schreit
gehort wird nichts
niemand wartet
keiner sieht
warum jeder
nur nicht ich
paradoxe stille
paradoxe stille - die zeit erstick im farbenrausch
paradoxe stille - die zeit verliert ihren halt im raum
paradoxe stille - die zeit erstick im farbenrausch
paradoxe stille - die zeit verliert ihren halt im raum
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- 5. Glasgarten
Wie aus Wasser geformt - erstarrt
gesprungenes Lachen
Elfenstimmen eilen
zwischen den klaren Bluten
eisgleicher Aste
glashafter Baume
Ob sie wohl Leben?
Sie werfen keine Schatten
nur gebrochene Bilder
sie fachern das Licht
Im Glasgarten verirrt sich die Zeit
und bleibt als Moment erhalten
Nur der Mond weist den Weg zum Morgen
erlaubt der Sonne einen neuen Tag
Im Glasgarten kußt der Mond das Licht
Nichts duftet
geschmacklos die Frucht
Wer genießt sie?
Schon...
Im Kristallglas
verirrt sich das Licht
Nur der Mond weist den Weg zum Morgen
erlaubt der Sonne einen neuen Tag
Im Glasgarten kußt der Mond das Licht
Die Blumen wirken sprode und starr
wem sollte ich diese Kalte schenken
die Leere zumuten
unmoglich sie zu pflucken
sie zerspringen in abertausend Splitter
winzige Kristalle
die im Fallen singen
den Atem der Elfen
begleiten
an jedes Ohr
das bereit ist
zu horen
Nur der Mond weist den Weg zum Morgen
erlaubt der Sonne einen neuen Tag
Im Glasgarten kußt der Mond das Licht
wie alles - klar - glatt - rein
wie alles - klar - glatt - rein
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- 6. Nicht Bleibt Wie Es War
[bei diesem Text handelt es sich um eine detusche Bearbeitung des Textes "Shockwaved"/"Still Silent", Originaltext von Peter Spilles]
Ein Vogel fliegt vorbei
2500 Fuß
etwas fallt
himmelblau
in Zeitlupe
lieblich und friedlich
alles in Zeitlupe
2000 Fuß
eine Stadt
Sekunden werden Minuten
die Zeit wartet
tick tack tick tack
sie fallt
1500 Fuß
zwei Menschen
ein letzter Kuß
Zundung
Now
nicht atmen
ein Farbenspiel
ein greller Blitz
alles vergessen
tausend Seelenfackeln
die Hitzewelle
todlich glutheiß
ein Atemzug
ein heißer Atemzug
giert nach
Stille
es scheint die Erde bebt
ganz langsam
ganz taub
alles geschmolzen
die Zeit stolpert bleibt kurz stehen
Ein Haus
ein Paar im Tod vereint
verkohlt
ein Schrei betaubt
sturzt ins Dunkel
tick tack tick tack
Now!
Shockwaved
Nichts bleibt wie es war
Geschoße aus Steine
und Hagel aus Glas
zerschneiden durchbohren
Hauser sturzen
begraben was war
begraben was war
Stille
schwarze Wolken
Vergangenheit und Gegenwart
zersetzen sich
keine Worte
keine Stimme
und kein Wissen
die Zukunft fehlt...
Now!
Ein Feuersturm
alles brennt
selbst was nicht brennen durfte
es brennt
ein Gluck zu sterben
die Fratze des Teufels
die Macht der Menschlichkeit
ist jetzt vorbei
Now!
Shockwaved
Nichts bleibt wie es war
Geschosse aus Steine
und Hagel aus Glas
zerschneiden durchbohren
Hauser sturzen
begraben was war
begraben was war
Stille
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- 7. Himmelgrau
DIE DUMMHEIT GEDEIHT AUCH IM VAKUUM
WENN NIEMAND FRAGT
BLEIBT DIE ZUKUNFT STUMM
VORBEI DAS SPIEL MIT TOTEN TRAUMEN
HIMMELGRAU - VERSTECKTES LICHT
IN SICH AN SICH UM SICH SEHEN
SICH BEWEGEN - HIMMELGRAU
ARROGANTES EGODENKEN
VORBILD LEUGNEN
GEIST VERRENKEN
SPRACHE SPUCKEN
EIGEN NENNEN
DOCH EIGENTLICH NUR ANDERER WORTE
SINNZERKAUT ERBRECHEN
HIMMELGRAU.....
LICHTBILD - PASSBILD
KOPFSCHUSS ALS DOKUMENT
FUR EIN PAAR JAHRE EXISTENZ
HIER DER BEWEIS
DIE LEGITIME ANTWORT
AUF DEN FRAGENKATALOG
DEM ZOLLIBAT DER ALLMACHT
KAIN IST SCHWUL UND ABEL TOT
WAR ES SO WURDE KEINER DENKEN
DEN GEIST VERRENKEN
AUF MENSCHEN SPUCKEN
IM TODESKARRUSSEL
ENTZUCKT BESCHUTZEN
ICH BIN DAS FLEISCH AUF DEM GABENTISCH DER MACHT
HIMMELGRAU.....
MAGDALENA SCHLIEF MIT GOTTES SOHN
DIE KIRCHE WELTLICH
FRECHHEIT SIEGT
NUR DURCH DULDUNG
GEWALT TRIUMPHIERT
EIN ENDLOSSCHWEIGEN
DAS VIELKOPFBIEST DASS DAS HIRN ZERFRISST
HASS IST NICHTS ALS EIN SCHREIENDES GEHIRN
DAS VON SCHMERZEN GELAHMT
DAS DENKEN VERGISST UND DAS WISSEN ERSTICKT
IM HIMMELGRAU
TANZEN SCHWANGERE ENGEL
MIT TOTEN KORPERN
MISSBRAUCHTER KINDER
DER TOD IST NUR EINE WAHRE LUGE...
HIMMELGRAU...
ICH BIN DAS FLEISCH AUF DEM GABENTISCH DER MACHT
HIMMELGRAU....
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- 8. Ganz Sanft
So fern
nur blind
bemerkt man
den eigenen Mut
springt in die Leere
und fullt sie mit Glut
Kein Sturz
nur ein Freifall
umgeben von Gluck
ein Abschied vom Jetzt
und eine lustvoller Blick
Die Vergangenheit ruht
das Neue noch fern
die Wahrheit ist Liebe
doch Neid ist ihr Kern
Mit Haut offenbart sich
betaubt so den Larm
der fallenden Korper
tief sturzender Zeit
Ganz sanft
Ganz nah So fern
So sanft
Ganz nah So fern
Ganz sanft
so still ...
So gebar die Hochmut den Fall
die Eins und das Nichts
die Zwietracht-Geschichte vom gottlichen Fall
Ganz sanft
Ganz nah So fern
So sanft
Ganz nah So fern
Ganz sanft
so still ...
Die Drei fiel gemeinsam
Liebkinder sind Engel?
gegeißeltes Fleisch
verfallen der Frucht
Wer liebt die Eins
Die Buße als Tugend
Die Drei ist ein Engel
ein Mensch und Dein Gott
Ganz sanft
Ganz nah So fern
So sanft
Ganz nah So fern
Ganz sanft
so still ...
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- 9. Rotleuchtende Einst Weiße Engel
5 Mai 2000 und...
7 in Reihe
7 Mal geboren
7 Jahre lang
Zeitgleich sterben
Siegel brechen
Posaunen brullen
begrußen
rotleuchtende
einst weiße Engel
Rotleuchtende
einst weiße Engel
fuhren ihr Schwert
zerschlagen die Pforten
vergreisen die Welt
entleeren das Leben
verklaren die Sicht
ersetzen mit Stille
mit Steinen
die Frucht
saen die Seuchen
und ernten den Tod
rotleuchtende
einst weiße Engel zweifeln...
Rotleuchtende
einst weiße Engel
schreiben mit Galle
das Buch ihrer Not
proben den Aufstand
entwerten das Buch
entfliehen den Wolken
entkommen dem Licht
erblinden in Weisheit
die Unschuld erbricht
Von Wahrheit
durchbohrte
rotleuchtende
einst weiße Engel sturzen
Rotleuchtende
einst weiße Engel
gefallene Reinheit
stille - und leere Seiten
im vorletzten Buch
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- 10. Fleischschuld
Auch wenn dieser Raum sicherlich schon unzahlige Schreie beheimatet hat, so sind es immer wieder die wimmernden Laute von Kindern, die das Grauen, der bei der Bestrafung anwesenden Zeugen, geistig uberwuchern.
Kleine Finger umfassen vorsichtig das dreieckige, rasierklingenscharfe Messer und treiben es in das eigene Fleisch. Jedes Kind versucht zuerst sich schonend zu bestrafen, doch das Gesetz fordert immer die korrekte Einhaltung des Tributes an eigenem Fleisch.
Was zahlt ist jene blutige Masse bestraften Lebens, welches auf der Waage zu Protokoll genommen werden kann. Schurfwunden wiegen nichts, nur rohes Fleisch, Haut, Knochen und Fettgewebe gelten als Suhneopfer. Je schwerer die Tat im Angesicht der Staatsgewalt, um so tiefer muß der Delinquent die Dreieckklinge in den eigenen Korper treiben. Die Selbstverstummelung ist neben unterschiedlichen Formen der Todesstrafe die einzige Form der Suhne.
Egal ob Mann, Frau, Kind oder Greis, das Gesetz trifft jeden.
Bei Diebstahl von Lebensmitteln, oder Konspiration ist die Fleischsuhne oft so groß, daß der Verurteilte an seinem eigenen Korper Amputationen vornehmen muß.
Es ist schon ein bizarrer Anblick, wenn Kinder ihre kleinen Armchen vom Korper abtrennen um fur ein gestohlenes Stuck Brot oder eine Konserve Obst zu suhnen.
Schon so manch Zwolfjahriger mußte mit seinen Unterschenkeln fur eine unbedachte Außerung auf dem Hof einer Erziehungsanstalt bezahlen.
Gerechte Schreie gab es nur selten, denn eine Schuld nachzuweisen fiel den Behorden viel leichter, als es den Delinquenten moglich war, ihre Unschuld zu beweisen.
Die Gesellschaft wollte Suhne, und viele Menschen genossen es sogar, den Bestrafungen beizuwohnen. Bei Kindern mußten die Menschen fast immer gezwungen werden, der Tilgung der Fleischschuld beizuwohnen. Die Menschen betrachteten lieber die blauen Bilder, die das Grauen mundgerecht und steril frei Haus lieferten.
Und das alles in einer Gesellschaft von Vegetariern, denn Tiere gab es seit Jahrzehnten nicht mehr. Es war irgendwann unmoglich geworden, mit der vorhandenen pflanzlichen Nahrung, Mensch und Tier das Uberleben zu gewahrleisten. Das Tier starb vor dem Menschen aus, wer hatte das gedacht, doch ein Großteil der Bevolkerung trat dafur an seine Stelle.
Amputationen uberlebten nur wenige Erwachsene und kaum ein Kind, es sei denn die eigene Mutter oder ein sonstiger naher Verwandter ubernahm einen Teil der Fleischschuld, durch Verstummelung des eigenen Korpers. Eine Gnade, die aber nur Kindern und Schwangeren gewahrt wurde. Letztere konnten ihre Schuld auch mit dem Fleisch ihres ungeborenen Lebens suhnen.
Mit Schmerzen zu bezahlen? Ein Stuck Fleisch eigenhandig aus dem eigenen Korper schneiden. Mit seinem Leib zu suhnen, fur Taten oder auch nur ausgesprochene Gedanken.
Ethisch degenerierten Kindern gehen irgendwann mit ihrem Kollektiv zugrunde.
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- 11. Zimmer 34
Grau in Grau -
die Warteschleife im Hotel und das Hotel.
Grau in Grau.
In der Halle warten Menschen.
Brauchen keine Munder, keine Augen.
Uninteressierte glasige Blicke.
Vergeistigt - farbenblind.
Betretenes Schweigen.
Kein Blick verfolgt mich.
Keiner grußt und kein Gast fragt.
An der Rezeption gebe ich uber eine Tastatur meinen Wunsch ein:
Ein graues Zimmer ohne Fruhstuck.
Ich zahle mit Plastik.
Meine Hand entnimmt einem sich offnenden Schubfach einen Schlussel.
Zimmer 34.
Dritter Stock.
Die zweite Tur links, oder war es rechts?
Was stand eigentlich sonst noch auf dem Display, als meine Buchung bestatigt wurde?
Sicher nichts Wichtiges.
Der Drucker hatte es sicherlich ausgespuckt.
Gleichzeitig mit dem Schlussel.
Meinem Schlussel.
Die Aluminiumtur des Aufzugs offnet sich .
Ich betrete den Fahrstuhl allein.
Als einziger Gast.
Die Unentschlossenen bleiben zuruck.
Sie sehen nicht.
Sie sprechen nicht.
Sie denken nicht.
Machen keine Fehler.
Zumindest glauben sie das.
Der Fahrstuhl bewegt sich.
Einen halben Gedanken weiter offnet sich das Aluminium.
Ein leerer Gang .
Ich zahle die Schritte
Eins
Zwei
Drei
Vier
Funf...
Leider in die falsche Richtung.
Es hieß doch links.
Funf Schritte.
Den Weg zuruck.
Mit zehn weiteren erreiche ich mein Zimmer.
Nr. 34.
Vor der Tur.
Der Schlussel...
Hinter der Tur.
Kein Teppich. Nur hellgraue Kacheln.
An Boden und Wanden.
Leicht zu reinigen.
Der Raum ist viel zu grell.
Unangenehm hell.
Aber leicht zu reinigen.
Neonlicht macht haßlich.
Obwohl mich keiner sieht.
Es macht unvorteilhaft.
Es ist zu ehrlich.
Das Neonlicht.
Aber praktisch.
Fur das Reinigungspersonal.
Kein Fenster.
Kein Tageslicht.
Kein Lebendlicht.
Im Bad geht gar kein Licht.
Im Spiegel sehe ich besser aus als befurchtet.
Das Licht bleibt vor der Tur des Badezimmers.
Die Wahrheit wartet ab.
Verliert ihren Schrecken.
Ich ziehe mich aus.
Nehme ein Bad.
Bis auf das warme Wasser fuhle ich nichts.
Wie angenehm
Wieder im Zimmer.
Die Wahrheit wartet.
Lasst sich nicht verscheuchen.
Ein Stuhl aus Plastik.
Kein Tisch.
Ein Bett mit Plastiklaken
Keine Decke.
Aber ein abwaschbares Kissen.
Fur Menschen die es bequem haben wollen.
Typisch eingerichtet.
Eben ein graues Zimmer ohne Fruhstuck.
Ein dunkelgraues Telefon.
Am Boden neben dem Bett.
Fur die Unentschlossenen.
Von Außen nicht erreichbar.
Daneben eine graue Schachtel.
Es ist zu hell.
Ich stelle mich auf den Plasikstuhl.
Drehe zwei der drei Neonrohren aus der Halterung.
Angenehmer.
Aber bei weitem nicht gemutlich.
Effektiv.
Leicht zu reinigen.
Ich setze mich auf den Stuhl.
Schaue zum Telefon.
Fixiere die Schachtel.
Atme bewußt ein und aus.
Blicke zuruck auf einen Abschnitt Leben.
Noch einmal bewußt erleben.
Vielleicht auch genießen.
Die Schachtel.
Ich stehe auf.
Offne die Schachtel.
Setze mich auf den Stuhl.
Schlucke einen bunten Cocktail.
Tabletten und Kapseln.
Geschmacklos.
Sie waren das einzige bunte in diesem Raum.
In diesem Hotel.
Die Wirkung farbt den Verstand.
Sind Farben schon ?
Machen sie Spaß?
Ich warte wahrend ich denke.
Ich hore auf zu denken.
Warte weiter.
Der Raum wird großer.
Grau schimmert grun.
Ich werde unruhig.
Kann meinen Herzschlag spuren.
Die Unordnung in meinem Korper.
Die Decke schimmert blaulich.
Irgendwie angenehm.
So blau.
Der Raum verliert jede Form.
Jede Wand, die Decke.
Alles scheint zu leben.
Meine Augen verirren sich.
Ich schließe sie.
Habe Probleme zu sitzen.
Spure keinen Stuhl.
Keinen Boden.
Keine Fuße.
Ich merke wie ich falle.
Mein Kopf schlagt auf.
Schmerzfrei.
Der Boden ist doch noch anwesend.
Aber nicht spurbar.
Nicht fur meinen Kopf.
Mein Blut ist leuchtend Rot.
Irgendwie kunstlich.
Leuchtend Rot.
Leicht zu reinigen
Geandert hat sich nichts
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- 12. Nur Ein Narr
Genau betrachten
nicht blind stolpern
die Zeit betrugen
Unbegreiflich
unsere Existenz
deren Bedeutung
Nicht Erinnerungen kaufen
Die Unendlichkeit ware fast erreicht
doch zu welchem Preis?
Die Neugier
der Entdeckertrieb
Fleisch und Geist
egal ob fremd ob Eigentum
nur eins - genießen
die nachste Generation
mit Eigenfleisch bereichern
Doch...warum entdecken
wenn Manipulieren vor dem Lernen kame?
Wer wird wohl Neues
im scheinbar leeren All entdecken wollen
anstatt unendlich jung
vom Wissen zu naschen ?
Ein Moment fur die Ewigkeit
Ein Platz im Tagebuch
Ein Abenteuer
Nur ein Spiel
Ein Sprung im Zirkuszelt der weisen Greise
Wer verjagt wen?
Das Kind den Mann
Der Mann das Kind?
In einem Geist vereint auf Zeit
Nicht ewig
Menschen streiten sich fast immer nur
um Nahrung oder Lustgewinn?
Die Zeit betrugen
Irgendwann schlagt die Zeit zuruck
und fesselt den Verstand an die Vergangenheit
Das Gestern wird vom Zauber junger Jahre verdrangt
Die Zukunft hat noch keinen Geschmack
Keine Farbe
Kein Gesicht
War das wirklich alles?
Frißt die Zeit meine Traume?
Ich torkel durch ein Feuerwerk
aus menschlicher Unmenschlichkeit
bleibt ein Mann auch Kind
Sag Ja - nicht Nein
Nur ein Narr betrugt die Zeit
War das wirklich alles?
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- 13. Was War Bleibt
Was war bleibt...
Was ist scheint...
Nie erreicht!
Es sucht
und findet nur einen neuen Tag...
Es schenkt und... nimmt...
Es liebt und... totet...schreit!
schreit!
Es sucht das Opfer
um sich als Tater zu offenbaren...
Weder schuld noch schuldlos...
Im Rollenspiel verloren
scheint das Maß das bleibt
nur ein Trugbild...
Nicht existent...
doch maßgebend...
Was war bleibt...
Was ist scheint...
Nie erreicht!
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- 14. Schreiheit
Schweiger fordern oder mahnen
werden immer uberhort
Freie mahnen oder fordern
wiegen sich in Sicherheit
Schreiheit - Freiheit - Feigheit
Feige schlagen oder betteln
uben sich in Duldsamkeit
Greise wissen und verschweigen
heucheln stumm Vergeßlichkeit
Schreiheit - Freiheit - Feigheit
Freie mahnen oder fordern
wiegen sich in Sicherheit
Geile schreien oder stohnen
aalen sich in Bigottheit
Schweiger toten oder foltern
werden immer uberhort
Freie foltern oder toten
storen ihre Sicherheit
Menschen schweigen oder schreien
selten nur aus Menschlichkeit
Schreiheit - Freiheit - Menschheit
MP3
- 15. Mensch Sein
Atmen
Fuhlen
Schmecken - vom Instinkt beseelt
Sehen
Greifen
Horen - Individum bestimmt
Mensch sein
Frei sein
Freigeist
Freiheit
Sitzen
Krabbeln
Laufen - Ringelrei im Sinn
Lernen
Sprechen
Lesen - Wissensdurst gestillt
Mensch sein
Frei sein
Freigeist
Freiheit
Vertrauen
Kussen
Lieben - Zweisamkeit bestimmt
Verzeihen
Geben
Nehmen - Mensch sein unbestimmt
Mensch sein
Frei sein
Freigeist
Freiheit
Schluß!