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- 1. Rebell
Die Asymentrie der Spur verwirrt
verrat keinen gefaßten Entschluß
Deine Schlacht Rebell
ist ein Punkt fernab einer Flucht
Einst stotternd im Wortlaut
spricht er heute im fließenden Wall die Gedanken aus
die einst seinen Geist zu sprengen suchten
Wohin schreitet der Besiegte
nach gestorbener Schlacht ?
Die stummen Tranen
verachtlich lachender Nahmauler
wollen ihren Zauderstrom
zu spuckendem Haß sich baumen lassen
ringend und fesselnd
dich Rebell erfassen
Gleicht der Fisch dem Vogel
wenn er im fehlenden Naß leidet zu Staub ?
Doch bevor der Rebell in der zaudernden Flut ertrinkt
muß erst Zorn und Schmerz
Trauer und Lust auch Freude todlich wirken ?
Wie weiterleben wenn er im Lachen ertrinkt ?
Einen stotternden Vogel uberleben ?
Wenn er denn vom Schuppentier erlernt zu schweben
in Luft und Wasser ?
Stotternd in Trauer ertrinkt
Lustvoll lachend im schmerzlichen Zorn
ertrankt von nassem Atem
Rebell besiege die
die besiegt werden mussen
bevor sie Dir Deinen Atem stehlen
Es ist Deine Schlacht
keiner kann Dich stutzen
denn nur Du allein vermagst es
Deine Zunge siegreich zu fuhren
Es ist Deine Schlacht
Scheinbares Weiß ist Dein Freund
im verborgenen Schwarz wartet ein Freund
Im Schwarz durrt kein Fisch
kein Vogel ertrinkt
und keiner sieht Deinen Augenblick Rebell
Auch wenn Schmerz Dich oberkommt
die Lust verwirrt
der Zorn Dich rasen laßt
Dich Trauer zart beruhrt
Dich einfach lachen laßt und schreit
Meide Weiß Rebell
denn nur der Punkt auf weißer Flache
spricht von Deiner Gegenwart
Und irgendwo im weißen Feld
wartet eine Stimme
die Dich besser kennt
als jeder Freund
die Dir Sprache gab
ein Herz das schlug
Dich nie verließ
auch wenn sie nicht verstand
Eine Frau
Ein Teil von ihr bist Du
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- 2. Die Form
Eingebrochen im See der Traume
exzentrisches Eis zerteilt as Opfer
weiß wird rot
getrankt vom Leben
aufgesaugt - getrennt vom Festen
unsichtbar ist die Tiefe
Gahnend begrußt sie meine Ankunft
im Reich des Schonen
scheinbar schonen ...
Unendlich wahrt die Reise
allein das Jetzt ist existent
Vergangenheit vorbei
Zukunft nicht greifbar
doch nicht zu halten schwebt sie ein
die zweite Form verlaßt mich
die dritte wird zur zweiten
verteilt sich regelmaßig im Raum
allein die Form welche nicht begreifbar
unendlich schwebt davon
gefesselt am Jetzt
Allein diese Form wahrt ewig ...
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- 3. Blau
Ich liebte abgottisch das Gefuhl, allein durch den Pulverschnee zu toben.
Meine Schritte entfachten durch das hohe Lauftempo einen kleinen Schneesturm,
in weiße Kristalle gehullte Luft, in der sich das schwache Sonnenlicht verirrte,
um gemeinsam zu Boden zu sinken.
Ein schillernder Regenbogen begleitete jeden meiner Schritte,
doch allmahlich verschwand Ring fur Ring
und das kalte Licht des Mondes tauchte die Szene in sein blaues Licht.
Inzwischen war langst der letzte Sonnenstrahl vom Horizont verschluckt worden
und der einstmals leichte Pulverschnee anderte seine Konsistenz hin zu knirschendem,
sproden Eisschnee, der zum Tanzen einlud, sich uberschlug.
Ich mag mehrere Stunden ziellos umhergeirrt sein,
geblendet von der weißen, in sich ruhenden Landschaft.
Abgelenkt von der im Gedankenspiel verlorenen, bedrohlichen Schonheit die mich umgab,
deren Teil ich geworden bin.
Die Kalte kroch zah durch meine Sohlen und Wollsocken und verbiß sich in meinen Fußspitzen.
Doch der Schmerz war nur kurz, zu kalt war der geifernde Eiszahn.
Der Schmerz verschwand und war doch anwesend, man merkte ihn nur nicht mehr.
Doch die eisigen Zahne fraßen sich immer tiefer in mein Fleisch,
das in seinem violetten Schimmer an eine Ring des Regenbogens erinnerte.
Das blaue Mal der Kalte bedeckte meine Hande und Ohren,
und bei dem Versuch Eiskristalle aus meiner rechten Ohrmuschel zu streichen
hielt ich dieselbe plotzlich ind er Hand.
Kein Tropfen Blut verließ die Bruchstelle und auch das kleine, dunne Stuck Fleisch
unterließ es losgelou,l;st vom warmenden Rumpf, roten Tau zu saen.
Belustigt entledigte ich mich des kleinen Stuckes Fleisch, es roch nicht einmalversengt.
In hohem Bogen warf ich das blaue Ohr in die blauschwarze Nacht, welche die Szene schweigend beobachete.
Es schien mir als grinsten die Sterne hohnisch
und die Jungfrau Nacht trug extra ein tiefschwarzes Keid zu meiner nahenden Entseelung.
Nur die runde, silbrig glanzende Scheibe, des sonst mitleidlosen Mondes,
schien im Hauch von Mitleid zu strahlen.
Das Tempo meiner Schritte verringerte sich wahrend dieses Gedankenspieles Meter fur Meter.
Es war mir egal, ein oder beide Ohren zu verlieren.
Es war mir gleich, wieviel Haut blau schimmerte
und auch einem ganzen Bein wurde ich nicht lange nachtrauern,
solange nur der Schmerz ausblieb - nicht in meine Nerven kroch ...
Die Zahne schlugen zwar tiefe Wunden, doch zumindest schmerzten sie nicht.
Zu lange mußte ich meinem Korper zu gefugte Qualen erdulden - in angenehm beheizten Baracken.
Manchmal sperrten sie uns tagelang in eine saunaahnliche Hitzekammer,
ohne Wasser, alleingelassen mit trockener, heißer Luft,
die Lippen in Minuten zu bizarren Kraterlandschaften verwandelte
und die Haut innerhalb von Stunden zu durrem Leder schuf.
Sie brannten uns Buchstaben auf die Haut, um ihr Analphabetentum zu beenden.
Ich konnte den Geruch von versengtem Fleisch nicht mehr ertragen, doch er war allgegenwartig.
Sie zwangen uns unsere Toten zu zerlegen
und sie servierten uns das gebratene oder gekochte Fleisch der entseelten Korper,
doch Menschenfleisch ist zah und so zerbrachen meine morschen Zahne
beim Kauen der unmenschlichen Kost -
und wenn ich wahrend der Futterung erbrach, so verschluckte ich das Erbrochene
gemeinsam mit dem gebratenen Fleisch immer wieder, wie ein Wiederkauer ...
Ich kaute stundenlang auf den Fingern meines Freundes,
die ich unzahlige Male wieder hervorwurgte und verschluckte.
Warmes Fleisch entriß mir meine Zahne
und jetzt schlugen kalte Zahne in mein blaues Fleisch.
Irgendwann trugen mich meine Beine nicht mehr weiter,
sie verweigerten meinen Wunsch zu marschieren.
So blieb mir nichts anderes ubrig, als meine Flucht zu unterbrechen.
Meine tauben Hande gruben im hufthohen Schnee eine kleine Hohle, in die ich mich verkroch.
Es roch nicht nach Fleisch und durch die Eiskristalle hindurch
konnte ich die Sterne in einem bunten Feuerwerk betrachten.
Alles, bis auf die funkelnden Sterne und das fahle Gesicht des Mondes
war in blaues Licht getaucht.
Wie ein Schwamm Tinte,so sog mein Korper die konigliche Farbe in sich auf
Zentimeter fur Zentimeter kroch der lauernde Schimmer uber meine Haut -
tief in meinen Korper.
Es war ein wunderbares Gefuhl keine Schmerz zu empfinden.
Die ganze Welt war blau,
nur die Sterne und der Mond distanzierten sich von diesem uniformen Farbton.
Mit einem Mal wurden die Sterne weiß und ihr Licht immer intensiver,
das weiße Licht drangte das tiefe Blau immer mehr in den Hintergrund.
Die einzelnen weißen Punkte schmolzen zu einer grellweißen Flache.
Es war Tag geworden.
Das Blau verschwunden.
Hunde bellten.
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- 4. Keiner Weint
Keiner weint
Ein Wort aus meinem Mund
kann Gelachter provozieren
andere denken - schweigen - fuhlen
Die Offenbarung gefuhlter Traume
laßt ignorantes Lachen schallen
jenes Zetern unbedacht geschrien
zerstort zu Wort gegossenes Schweigen
exhumiert die Leiche der Vergangenheit
Ein in Wortklang kodiertes Gedankenspiel
selbst blinde Augen sehen Worte
horen Bilder gemalter Herzen
brachial der Schrei
ganz leise trauernd
so schwach
so kraftlos
und eh durchbohrt durch spitze Zungen
hacke ich mir die Hande ab
und werf das Fleisch ins Feuer
Und so verstummt mein Mund
bis mir neue Hande wachsen
Und so verstummt mein Mund
bis mir neue Hande wachsen
Und so ...
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- 5. Sitz Der Gnade
[ubersetzt und bearbeitet nach dem Original "Mercy Seat" von Nick Cave]
Es begann als sie mich holten
als ich zum Tod verurteilt ward
Und ich wiederhole
Ich habe keine Angst vor dem Sterben
Ich nehme Objekte und deren Umgebung war
Eine zerlumpte Tasse
ein verzerrter Mop
Das Gesicht von Jesus in meiner Suppe
Das unheimliche Essen
gebracht auf dem Wagen
mit bosen Radern
Ein krummer Knochen
in meinem Essen
Alle guten oder nicht guten Dinge ...
Der Sitz der Gnade wartet lachelnd
und ich denk mein Kopf verbrennt
und ich sehne mich die Wahrheit
erprobte Wahrheit hinterlassen
Auge Auge - Zahn um Zahn
Doch sagt ich die Wahrheit
als ich die Angst vor dem Sterben langst vergaß
Die Zeichen interpretieren und kategorisieren
Ein schwarzer Zahn
Ein scharlachroter Nebel
Die Wande sind bose - schwarz
Es ist der kranke Atem der mir folgt
Es ist der kranke Atem der mir folgt
Es ist der kranke Atem der sich hinter mir versammelt halt ...
Ich hore Geschichten aus der Kammer
Wie Christus in der Krippe geboren wurde
und wie er wie ein zerlumpter Fremder
auf dem Kreuz gestorben ist
Und darf ich sagen, daß es irgenwie paßt
er war Schreiner von Beruf
Oder zumindest wurde mir das gesagt ...
Wie meine gute Hand
habe ich "bose" auf ihre Bruderfaust tatowiert
Die dreckigen funf
Sie habn nichts dagegen gemacht!
Im Himmel ist ein Thron aus Gold
Die Arche seines Testaments ist verstaut
Ein Thron, wie ich horte
der Geschichte enthalt
Hier unten ist er aus Holz und Draht
Und mein Korper steht in Flammen
Und Gott ist nie weit weg
Und Gott ist nie weit weg
Ich setze mich auf den Sitz der Gnade
Mein Kopf ist rasiert mein Kopf ist
Und wie die Motte die versucht in das grelle Licht zu fliegen
trete ich aus dem Leben
Nur um mich im Tod fur eine Weile zu verstecken
Und ubrigens habe ich niemals gelogen ...
Meine todliche Hand nennt sich BOSE
tragt einen Trauring
der GUT ist
Es sind leidende Fesseln
die das rebellische Blut packen.
Der Sitz der Gnade wartet lachelnd
und ich denk mein Kopf verbrennt
und ich sehne mich die Wahrheit
erprobte Wahrheit hinterlassen
Auge Auge - Zahn um Zahn
Doch sagt ich die Wahrheit
als ich die Angst vor dem Sterben langst vergaß
Der Sitz der Gnade ...