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- 1. Das Sterben Ist Asthetisch Bunt
Das Sterben ist asthetisch bunt
Klar sucht die Kalte geleitet vom Wind nach verborgenen Winkeln.
Durchstobert ungeschutzte Orte
Sucht und sieht die Sucht nach Warme
- Sie wird ganzlich ignoriert.
Die Metamorphose zu brauner Erde begonnen
Das fruhe Eis bildet einen zarten Schutz
- Die Kalte schutzt vor zu viel Kalte.
Der Wind dirigiert den Reigen
entfacht den bunten Todestanz
kein Blut und kein Schrei wird laut
Die Luft bleibt klar
kein sußer Duft ist wahrnehmbar
es ist still
Die Zeit zu traumen.
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- 2. Unbekannter Soldat
Durch die Binde die Sicht genommen
Die Angst bleibt
Auf der Flucht vor dem Trauma
Vom Bruder gefangen
Verurteilt als feige beschimpft
Das Trauma wird zum Alptraum ...
Nein !
Ich warte darauf,
Daß die Kugeln meinen Brustkorb zerfetzen
Sich in meinen Korper graben
Sie wollen die Hulle offnen
Die Idee vom Leben ausmerzen
Ich hore das Entsichern der Gewehre
Bald den Befehl zu toten
Nein !
Ich verabschiede mich still
Ich mochte leben
Nur weiter leben
... Ich falle tief
Legt an !
Gebt Feuer !
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- 3. Der Kerker
Der Schrei verhallt
getragen vom Wind
gefuhrt um irgendwo zu gespenstisch-
nebeligen Getraum zu transponieren.
Geschmeidiger Ausbruch
der entfesselten Angst
entflohen aus dem Kerker
dessen Moder deinen Verstand verwesen ließ.
Die kleinen lieblichen Nager
die mit dir deinen faulen Fraß teilten
jene nacktschwanzigen Kreaturen
in deren Fell sich der Virus des Verfalls befand.
Der graubrockelnde Putz
der keine Antwort gab
all die Jahre schwieg
in der jede Stunde wie eine nie endende Ewigkeit dir schien.
Das Stroh das langst nicht mehre nach Freiheit roch
- durch Schweiß und Kot in garstgen Mist verwandelt wurde.
- Behaftet mit ubelriechender Sieche.
Das rostge Eisen
das braunrote Oxat
das sich Tag fur Tag
immer mehr mit deiner Haut verband ...
Nichts ließ dich los
es schien als hortest nur du deine Worte
obwohl du gar nichts sprachst.
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- 4. Ich Mochte Nicht Langer
... mein Freund ...
Das Leben war kurz
er starb in meinen Armen
sein Leib war naß
die Augen angsterfullt geoffnet
leere starre Pupillen spiegelten meine eigene Angst
Ich sah den Tod lacheln
... meine Eltern ...
Die zahe Lache geronn langsam
meine Liebe kam zu spat
die klaffenden Wunden an den Hauptern
schelmisch grinsend sprudelte das Blut
und in der Blutlache spiegelte sich
erneut meine eigene Angst
Ich sah den Tod lacheln
Wir gehen eine Tur weiter
in das Kinderzimmer
... mein Kind ... Plotzlich war es still
aus der Wiege drang kein Laut
kein Atemzug aspirierte das Leben
nur eine Trane rann aus den geschlossenen Augen
in ihr spiegelte sich erneut meine eigene Angst
Ich sah den Tod lacheln
Ich mochte nicht langer mit der Angst vor dem Sterben leben.
Die Kacheln frosteln weiß den Hauch des Winters
obwohl es warm ist zittere ich vor Kalte
meine Hand erhalt den Befehl zu greifen
Wasserflecken storen die Reinheit der weißen Kacheln
Wer sie wohl angefertigt hat ?
Die Lampe gibt nur wenig Licht
trotzdem ist es grill
mein Spiegel ist langst zerbrochen
nur diese Scherbe ist geblieben
leicht liegt sie in meiner Hand
scharfkantig - gleichzeitig spiegelglatt
und wieder spiegelt sich meine eigene Angst
Ich seh den Tod zum letzten Mal lacheln
Die zweite Eigenschaft dringt in meine Kehle
rochelnd wird mir die Angst genommen
Ich sehe den Tod lacheln ...
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- 5. Die Letzte Nacht
Gefuhrt zum Altar - mit der fahlen Hand vereinigt
vom Schein des Sterbens unklar ausgeleuchtet.
Die Musik ist traurig - die Gaste tragen schwarz
zeigen Tranen ...
Die Zeremonie ist festgelegt.
Uns bleibt nur die eine Nacht zum traumen,
dann nur die Erinnerung.
Mein Gefuhl zu Dir steuert meine Tat.
Du liegst neben mir mit starrem Blick -
doch nicht die Angst ließ Dich erstarren !
Die Sehnsucht nach Deiner weißen Haut
laßt meine Hande uber Deinen Korper gleiten
- zart und kalt, zart und kalt ...
Jeder Zentimeter zieht mich in Deinen Bann
Wie lange sehnte ich mich nach Deinem Leib.
Langsam versinke ich im Strudel meiner Sehnsucht -
entfuhrt aus der Realitat.
Kuß um Kuß verschwindet jedes Ufer am Strom der Lust.
Deine kuhlen Glieder deren Haut von meiner Zunge
mit Speichel benetzt zum Glanz des toten Lebens erbluht -
schmiegen sich an mich, schmiegen sich an mich ...
Die Nahe schmilzt zur Vereinigung
bestimmt von mir der Rhythmus
allein von mir, allein von mir ...
langsam reibt sich Haut an Haut
schmiegt sich Korper an Korper -
Ein sexueller Monolog, der nie Fruchte tragen wird,
denn .. Nur die Lust ist mein Gewinn
alles andere Verlust
Anfang und Ende in einem Aufzug.
Wenn ich meine Umarmung von Dir lose
ist das Ufer wieder nah
die Zeit gekommen Dich zuruck zu geben
Es fallt schwer Dich frei zu geben.
Keine Nacht langer ist mehr moglich
Der Zerfall setzt bereits ein.
Gefuhrt zum Altar ...
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- 6. Kaltes Licht
Der Mond weiß allein mit seinem kalten Licht
die Welt in fahlem Schein zu zeichnen
Allein das kalte Licht ergotzt den Morder bei seiner Tat.
In seinem Schein - seine Kinder rufen ihn -
ihre Mutter die ihrem Vater gleicht eins sind.
Der Staub reflecktiert das gedachte Wort zu Licht
Weißer Glanz der Warme Armut schleicht sich in die Dunkelheit.
Mißbraucht vom bosen Zauber hutet er die Nacht
welche tiefschwarz sein Licht gierig verzehrt
um den dunklen Machten Schutz zu gewahren.
Das Unsichtbare bleibt erhalten
nicht sichtbar - aber hier und dort hort man seinen kalten Atem geifern
gemengt mit Gedanken die man besser nie gedacht
in die Vergessenheit gedrangt
dort gelost vom Wissen verwesen laßt.
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- 7. Koma
Ich spure die Beruhrung
nehme Worte war
sehe den Wechsel der Situation
kann denken vollig klar.
Der graue Schleier hat sich langst gehoben
das Neonlicht schmerzt Tag und Nacht
der Wechsel ist kaum wahrnehmbar.
Der Versuch ein Wort zu formen schlagt klaglich fehl
die Lippen konnen nicht gehorchen
sie erhalten keinen Befehl.
- die Schwelle zum Nichts
gefesselt am Jetzt
es erwartet dich
Koma - die Schwelle zum Nichts
gefesselt am Jetzt
es erwartet dich ...
Keine Faser meines Korpers setzt ein Signal
Kein Wort verlaßt meinen Mund
Keine Geste zeigt mein Leben -
Die Absicht bleibt verschlossen
in meines Korpers Grab
ein Grab das lebt
mit einer Seele die stirbt.
Lebendig begraben im eignen Fleisch
Das Bewußtsein vorhanden
- Die Maschinen funktionieren gut
Sie erhalten das Leben
Erleichtern das Atmen
Aber nicht das Sterben
- Das Leid bleibt erhalten
Die Schmerzen auch
Denn niemand weiß von diesem Schmerz
Nur ich
- Doch ich kann nicht schreien
Auch nicht weinen
Nur fuhlen
Nein ich darf nicht weinen, nur leiden
-die Schwelle zum Nichts
gefesselt am Jetzt
es erwartet dich
Koma ...
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- 8. Keine Losung
Es gibt keine Losung keinen Ausweg keinen Sinn.
Wo liegt die Hoffnung ?
Warum geboren - noch nicht tot ?
Sieh das Korn ! Es fallt
Wo ist die Antwort auf die Frage ?
Von wem gestellt ?
Was folgt auf den Morgen ?
Spiegelsplitter
Niemand ist anwesend
Die Einsamkeit hat sich verbissen
Es gibt keine ... Aber das kennen wir ja schon
Der Mangel blutet
Es gibt keine Losung keinen Ausweg keine Sinn.