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- 1. Der Spiegel
Ich schau in den Spiegel
Der Spiegel zerbricht
Die sanfte Form verandert sich
Zum Chaos ohne Sinn
Im Kristallstaub der zu Boden sinkt
Bricht sich das Licht millionenfach
Aufgespalten in seine Farben
Wird das Unsichtbare zu Rot und Blau zersetzt
Der geborstene Spiegel hangt noch an der Wand
Mein Gesicht ist verschwunden
Mein Geist zersplittert und zerstort
In zahllose Scherben zersprungen
Die Gedanken zerschnitten
Doch es blutet nicht ...
Nur der Geist ist verloren
Ich habe aufgehort zu existieren.
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- 2. Der Weg
Feuchtigkeit mit Angst vermengt mein Korper friert
Die Zeit geht nur vorwarts nie zuruck
Noch bleibt sie stehen
Haltlos rinnen die Sandkorner durch die Ritzen meiner Hande
Sie konnen nicht ein Korn bremsen
Im geschlossenen Augenblick sah ich das Damals
Die Tranen der Mutter - Die Feuchtigkeit der Kalte
Den Schuldspruch ohne Worte - Die Angst geboren
Die Hand jetzt sauber - Aber rein ? Nur scheinbar
Ich seh das Blut - langst abgewaschen
Die Tat verwest und doch geschehen
Fahl fallt das Licht ein vom Stahl geteilt
Die Ordnung der Korner umzusetzen
Wie gerne mochte ich im Sandkasten spielen ...
Das Tempo der Zeit bestimmt den Puls
wird eins mit den Schritten der Warter
- Sie kommen
Langsam fallt auch das letzte Korn der Hoffnung
Das Schloß - Die Tur geht auf
Dort wartet nicht die Freiheit
Ein Mann in Schwarz spricht seinen Trost
Was nutzt er noch
Der Gang ist grell - Neonlicht erhellt kalt die Szene
Meine Kindheit begegnet mir
Meine tote Mutter wunscht gute Reise - Sie sieht gut aus so jung
Da liegt die Leiche - ich seh das weinende Gesicht
Betaubt vom Leben setze ich mich auf den Stuhl
Die Gurte werden angelegt, die Arme Beine festgebunden
Meine Freunde lachten als ich in den Bach fiel
Damals - es war kalt
Es war ja Winter - die Zeit der Angst
Ja die Zeit der Angst - Die Zeit der Angst
Eine Haube wird mir aufgesetzt - Ich werde verkabelt
Die Stimmen werden leiser - ich bin alleine
Die letzten Korner fallen
Die letzten Korner fallen
Die Zeit der Angst zersetzt mein Gehirn
Die Zeit der Angst zersetzt mein Gehirn.
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- 3. Stumme Zeugen
Karge kahle Stamme
werfen strenge Schatten
schehmenhaft und bedrohlich
Stume Zeugen der Grausamkeit
die hier geschah
Damals der Mann mit dem starren Blick
er hielt etwas in der Hand
als er auf dem Auto sitzend
durch ein monotones Klopfen
ein junges Madchen
in einen Abgrund der Angst riß
Seit Stunden wartete sie verzweifelt
auf ihren Freund
in diesem Wald
Nur der Mond war anwesend
Das Auto war stehen geblieben
und er wollte Hilfe holen
"Ich geh Hilfe holen"
doch er kam nicht zuruck
nur dieser Mann
und mit ihm dieses Klopfen
dumpf und bedrohlich
Fleisch auf Blech
Fleisch auf Blech
Verkrustetes Blut uberzog das Gesicht ihres Freundes
abgetrennt vom Rumpf zum Klopfen mißbraucht
Schlag um Schlag
krachte der abgehackte Schadel auf das Blechdach
im Takte der Angst
Nur die kahlen Stamme
waren die stummen Zeugen
Und auch wenn das Madchen gerettet wurde
So bleibt doch ein Fluch erhalten
Auf diesem Wald
Dem Wald der stummen Zeugen.
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- 4. Das Ende 1989
Wenn das Meer sich blutrot farbt
der Himmel von schwarzen Wolken bedeckt ist
und die Vogel aufgehort haben zu singen
weil ihre Kehlen vom Ol verklebt wurden
Wenn im Osten mutierte Monster geboren werden
Wenn der Winter zum Sommer wird
und die Felder vedorren
Die Erben des Dritten Reichs wieder machtiger werden
dann - dann hat das Ende der Zeit begonnen
und der Teufel die Schlacht gewonnen.
Damme werden brechen und eure Kinder ertranken
Feuersturme werden eure Hauser lodernd niederbrennen
Durch Krankheiten werden Millionen krepieren
Die Pflanzen werden vergiftet und ungenießbar werden.
Die Luft wird atzend wie Saure eure Lungen zerfressen
Eure Kinder werden als haßliche Mutationen geboren
Die Sonnenstrahlen werden Geschwure wachsen lassen
Ihr werdet langsam bei lebendigem Leib verfaulen.
Sturme werden monatelang die Erde verwusten
Unter den Trummern werden Tausende begraben
Parasiten werden sich in euren Korpern einnisten
Ratten und Schaben werden eure Wunden lecken.
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- 5. Schatten
Schwarzes Licht - vom Nichts verschluckt
Gedankengut, getraumt verstrickt
beginnt auf Grenzen sich zu regen
ruhelos auszusuchen was beliebt.
Schatten verschlucktes Licht
Schatten - bizarr
Die Geburt ist bizarr
wie die vergangliche Form
das Dasein kurz - abhangig vom Gegenpol
schrill und grell - dem weißen Licht.
Schatten verschlucktes Licht
Schatten - bizarr
Synchron zum Vorbild
elegant und voller Wurde
auch schroff - mal klein - mal großer
verzerrt, gespiegelt oder wahr ?
Das Bild ist biegsam
paßt sich an
auf jede Form.
selbst Kanten werden bogengleich geschluckt
vereinigt.
Nicht existent - nur grenzenlos
und doch auf Grenzen lebend
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- 6. Spuren Im Schnee
Der Wind beißt eisig im Gesicht.
Der Atem sticht spitz die Lunge
bei jedem Atemzug aufs neue.
In den Gedanken lebt die Vergangenheit,
die Kindheit, der erste Kuß, die erste Liebe,
aber auch Schmerzen, Liebeskummer,
Krankheit, Eifersucht und Haß ...
Das Gute beginnt im Geist zu truben -
das Schlechte uberwiegt.
Die Waagschale senkt sich auf die dunkle Seite
nur gebremst vom Tod ?
Die Einsamkeit in der ich stehe
ist nicht nur draußen,
sie steckt in mir
tief eingebrannt -
Meine Gefuhle gefrieren wie jetzt mein Korper ...
Die Zivilisation ist weit entfernt
kein Licht, keine Stimmen,
nur die Ruhe.
Ich bin mude, der Schnee ist kalt -
bald spur ich nichts.
Ich leg mich hin,
schließ die Augen und denk an die Vergangenheit zuruck ...
- Leuchtende Kinderaugen unterm Weihnachtsbaum
- Tranen der Freude oder Trauer ?
Der Mond versteckt sich hinter Wolken
aus denen Flocken wild im Reige tanzen
zur Melodie des Windes
der mein Gesicht mit Nadelstichen umschmeichelt
die ich nicht spur !
die ich nicht spur ! ...
Wie still es ist,
als ob jemand wartet.
Auf mich ? Wer schon ?
Ich kann mich kaum noch bewegen
das Denken fallt mir schwer
der Wind blast Eiskristalle auf meinen Korper
farbt ihn weiß - ganz unsichtbar,
wie meine Gedanken
es fallt mir schwer zu denken
ich bin todmude,
als hatte ich Jahre nicht geschlafen
ich fuhle mich schwach
ich schließe die Augen und schlafe ein
... beginne zu traumen ...
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- 7. 5 Jahre
Warum ich hier bin weiß ich nicht
Mein Blick ist starr, das ist hier Pflicht.
Unter Veruckten Idioten Psychopathen
von den Arzten wurde ich verraten.
Der Gang ist abgehackt verschlossen,
die Fenstergitter sind Wahnsinnssprossen.
Eingesperrt ja das sind wir hier,
wir gehen hier auf und ab wie ein Tier
Psychiater provozieren fragen
im Intimsten stochern sie herum
stellen spitze Forderungen bohren nach
Man fuhlt ich nackt und bloßgestellt
nicht verstanden nur verraten.
Am Schluß stehen Schreie Frust und Angst.
5 Jahre, 5Jahre ...
Die Enge macht uns alle fertig,
wir sind am Ende nicht nur geistig.
Mit der Psyche zerfallt der Korper
Das Gehirn wird somit zum Morser,
der wirres Zeug durch die Sinne schießt,
aus dem neuer bunter Wahnsinn sprießt
Autoaggressive beißen sich die Lippen blutig
Schizophrene verharren starr und stumm
Epileptiker unter Spannung zucken
Andere schreien sind aggressiv
am Schluß werden alle depressiv.
5 Jahre, 5 Jahre ...
Viele sind hier vollig zugedopt
die Normalitat wird hier geprobt
Tranquilizer werden appliziert
von Psychologen gerne praktiziert
man schleppt sich langsam ubern Flur
Sie wollen mir verpassen die selbe Kur ...
Ich schreie tobe will hier raus
diesen Wahnsinn halt mein Kopf nicht aus
Ich schlage auf alles um mich ein
Pfleger sturzen zur Tur herein
Ins Bett gefesselt festgehalten eine Spritze blitzt
Ein Schrei - mein Geist ist wie gelahmt.
Ich schlage die Augen auf im Wachsaal
von Augenpaaren angestarrt zensiert
5 Jahre, 5 Jahre, 5 Jahre bin ich hier
5 Jahre und noch immer nicht verruckt
Wie lange noch ? Bis ich sterbe ?
5 Jahre Wahnsinn ich will hier raus
Wahnsinn 5 Jahre ich will hier raus
Bitte Bitte laßt mich raus ...
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- 8. Ein Licht Erlischt
Wie feine Seide schimmert ihre Haut
Ein zartet, schlanker Korper - makellose Eleganz
voller Anmut sind ihre Zuge
Besonders wenn sie weint,
Besonders wenn sie weint, dann
wenn die durchsichtigen Perlen
wie der Tau am Morgen an ihren lieblichen Wangen
das Licht in sich bricht.
Sie strahlt angstliche Faszination aus
ImWarten auf das was kommen wird
Was jetzt geschieht ...
Besonders wenn sie weint ...
Ihr Hals - so weiß, umschmeichelt - so schon
Ich muß ihn spuren
Sanft umschließen meine Hande ihr Ziel ertastend
Besonders wenn sie weint ...
Ich spure den Puls
Hore ihren Atem
Empfinde ihren heißen Atem auf meiner Haut
Das Licht flackert - Das Wachs schmilzt
zerfließt - verbrennt
schneller als normal zu schnell um lange zu brennen - Zeitverkurzt !
Fressend dem Ziel sich nahernd
Das Licht zuckt unruhig - kleiner - schwacher
Verbrauchte Energie - Nicht lange und sie wird erloschen
auf ewig - unmoglich neu entfacht zu werden.
Besonders wenn sie weint ...
Die Reflektionen in ihren Tranen werden schwacher
Sekunde um Sekunde
Sekunde um Sekunde
nahert sich die Dunkelheit
Die Flamme schmilzt - wird kleiner
ist kaum noch zu sehen - jetzt glimmt nur noch der Docht
Sie ist erstickt - Durch meine Hand
Besonders wenn sie weint ...
Die Tranen erstarren - erkalten wie ihr Korper,
der nackt vor mir auf dem Boden - leblos aber schon,
Schlank und voller makelloser Eleganz.